Geschichte Odendorfs

Der Beginn der Siedlungstätigkeit ist für die Orbachaue bereits für die Jungsteinzeit mit dem "Michelsberger Erdwerk" um 4000 v. Chr. nördlich von Odendorf und die Lage in der Nähe der in dieser Zeit sich bildenden Handelsrouten von Norden nach Süden belegt.

 

EifelroemerwasserleitunginnenUm das Jahr 80 n.Chr. errichteten die Römer die Eifelwasserleitung - auch Römerkanal oder Römische Wasserleitung nach Köln genannt - von der Nordeifel her aus Opus caementitium und Mauerwerk aus Naturstein. Die Leitung hatte eine Länge von 95,4 Kilometern und eine Transportkapazität von bis zu 20.000 Kubikmetern Trinkwasser je Tag. Sie transportierte das Wasser allein durch ihr Gefälle und ist ein Denkmal für die damalige, bis heute nachwirkende Ingenieurskunst. Die Wasserleitung führte unmittebar nördlich am heutigen Odendorf vorbei. Die gesamte Anlage war bis etwa 260 n. Chr. in Betrieb, sie wurde nach der ersten Plünderung und Zerstörung Kölns durch die Franken nicht wieder in Betrieb genommen. Daneben weisen auch archäologische Funde zwischen dem Nordrand von Odendorf und der B266 auf eine frühere "Römerstraße" hin. Foto:  © Walter Koch @ Wikipedia (CC-by-sa-3.0 )

 

Odendorf wurde erstmalig urkundlich im Jahr 893 im sog. Prümer Urbar erwähnt. Das Prümer Urbar ist ein Verzeichnis aller Rechte und Einkünfte der zahlreichen Besitztümer der Benediktiner-Abtei Prüm in der Eifel, das 893 erstellt wurde.Vorausgegangen waren in den Jahren 882 und 892 die kriegerische Überfälle der Normannen, auch bekannt als Wikinger, im Rheinland: Sie mordeten, brandschatzten, verschleppten Kostbarkeiten und vernichteten Handschriften und Urkunden. Um danach ihre tatsächlich bestehenden Rechte und Einkünfte an den einzelnen Orten auch in schriftlicher Form festzuhalten, sandte die Abtei Prüm mehrere Kommissionen in die Gebiete, in denen ihre Besitzungen lagen. Damals waren die Mönche des Klosters auf Inspektionsreise: Sie besuchten 118 Orte, von denen Einkünfte an das Kloster Prüm zu entrichten waren. Darüber hinaus erwähnten die Mönche in dem Güterverzeichnis „Prümer Urbar“ auch weitere Orte, die auf ihrem Weg oder in der Nähe lagen. Insgesamt wurden über 400 Ortsnamen erstmals schriftlich dokumentiert.

Das Original ist nicht überliefert. Damit ist auch nicht gesichert, dass Odendorf bereits im Original enthalten war. 1222 fertigte der Exabt Caesarius von Milendonk eine Abschrift an, die er mit eigenhändigen Ergänzungen und Kommentaren versah. In diesen Kommentaren findet Odendorf als damaliges "Odendorpht" zweimalige Erwähnung. Diese kommentierte Abschrift ist erhalten im Landeshauptarchiv KoblenzFoto: © Martin Effelsberg: Auszug aus dem (kommentierten) Prümer Urbar 

 

Im Mittelalter gehörte der Gerichtsbezirk Odendorf zum Herrschaftsbereich der Tomburg. Im Jahr 1473 ging Odendorf an das Herzogtum Jülich über. Nach der Französischen Revolution wurde das linke Rheinufer 1794 von französischen Truppen besetzt. Für etwa 20 Jahre unterstand Odendorf damit der Französischen Republik. Im Zuge der von der Franz. Republik veranlassten Säkularisation im Jahr 1802 wurde auch der Kartäuserhof in Odendorf enteignet und verkauft. Odendorf erlebte weitere wechselvolle Zeiten unter preußischer Herrschaft, während der Weimarer Republik und dem Nationalsozialismus.

 

Ein Feldflugplatz der Reichsluftwaffe wurde 1938/39 zwischen Odendorf und Palmersheim angelegt. Das Jagdgeschwader 27 soll hier zeitweise mit Jagdflugzeugen stationiert gewesen sein. Auch Adolf Hitler nutzte den Platz während des Westfeldzuges mit einer Ju 52, denn der Feldflugplatz war vom 10. Mai 1940 bis zum 6. Juni 1940 Bestandteil des Führerhauptquartiers Felsennest in Rodert.  Nach der Einnahme durch US-Truppen landete hier auch Dwight D. Eisenhower.

 

Mit dem Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn, das am 1. August 1969 wirksam wurde, schlug auch die Geburtsstunde der Gemeinde Swisttal mit Odendorf als zweitgrößte Ortschaft.

 

Quelle: Wikipedia © CC-by-sa-3.0

Weiterführende Details zur Geschichte Odendorf können der Vereinsbroschüre "Swisttal Odendorf" des Vereins Zehnthaus e.V., 53913 Swisttal-Odendorf, Am Zehnthof 1, entnommen werden. 

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